MentorInnenNetz
der MentorInnen für Bürgerschaftliches Engagement Freiburg

  1. Begriffsklärung
    Mentor bedeutet soviel wie Lehrer, Berater, Erzieher, väterlicher Freund. In der griechischen Mythologie war Mentor der Erzieher von Telemach, dem Sohn des Odysseus, solange dieser auf seinen berühmten Reisen war. Gelegentlich soll die Göttin Athene in Gestalt von Mentor aufgetreten sein (was vielleicht auch unsere hohe Frauenquote erklärt).

  2. Mentorin / Mentor für Bürgerschaftliches Engagement
    Wir Mentorinnen und Mentoren haben alle einen Kurs absolviert, der uns von der Stadt Freiburg - mit finanzieller Unterstützung vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engegement (letztlich vom Sozialministerium BW) - angeboten wurde. - Siehe auch: buergerengagement.de und b-b-e.de

    Wir sind Bürgerinnen und Bürger, die sich in Vereinen, Stadtteilen, Verbänden oder Initiativen um eine Verbesserung des Miteinanders kümmern und Interesse für ihr Gemeinwesen mitbringen.
    Wir sind erfahrene Freiwillige, die die Chancen eines solchen Engagements auch anderen zugänglich machen.

  3. Die Idee des Mentorats für Bürgerengagement
    Grundidee des Mentorats ist die Weiterentwicklung des Bürgerengagements in Baden-Württemberg durch engagierte Bürgerinnen und Bürger, die über ihre eigenen Interessen und die Anliegen von einzelnen Vereinen und Initiativen hinaus das Gemeinwohl in ihrer Gemeinde im Blick haben. Sie wollen als Bürgermentorinnen und Bürgermentoren dazu beitragen, dass Landkreise, Städte und Gemeinden zu echten Bürgerkommunen werden.

  4. Die Ziele des Mentorats für Bürgerengagement
    Das Mentorat für Bürgerengagement will, dass einzelne Bürgerinnen und Bürger sowie bürgerschaftliche Initiativen über Einzelinteressen und Spartendenken hinaus in Netzwerken wirken, Kooperationen vereinbaren und im Sinne des Gemeinwohls an der bewussten Gestaltung einer bürgerschaftlich geprägten sozialen Kultur mitwirken.
    BürgermentorInnen können mit ihren persönlichen Kompetenzen und Erfahrungen im EngagementDialogstifter, Brückenbauer, Vernetzer, Vorbilder und Vorreiter sein und mitihren Möglichkeiten zum produktiven Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure im Gemeinwesen beitragen.
    Langfristig soll erreicht werden, dass es in allen Landkreisen, Städten und Gemeinden im Baden-Württemberg BürgermentorInnen gibt. Diese sollen als unverzichtbarer Teil des Bürgerengagements bekannt und anerkannt sein und in ihrer für die Weiterentwicklung einer bürgerschaftlichen Kultur wichtigen Rolle wertgeschätzt werden. Dazu braucht es einerseits eine qualifiziert Schulung und andererseits von Seiten der Kommunen einen verlässlichen Rahmen, der den BürgermentorInnen ihr Wirken ermöglicht.

  5. Die Aufgabenfelder von BürgermentorInnen
    Die Aufgabenfelder orientieren sich einerseits an den Kompetenzen, Fähigkeiten, persönlichen Vorlieben und Interessen der MentorInnen und andererseits an den örtlichen Gegebenheiten.
    Jede BürgermentorIn entwickelt im Mentorenkurs und vor allem in der Begleitung danach das für ihn passende Aktivitätsprofil in Abstimmung mit den örtlichen Erfordernissen.
    Dieses spezifische Aktivitätsprofil hat als Hintergrund immerden im Kurs geschärften Blick auf die gesamte "Engagementslandschaft". Das Mentorat setzt Offenheit und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen MentorInnen und anderen Akteuren im Gemeinwesen voraus.
    Die Grundlage für jede Bürgermentorin und jeden Bürgermentor istdie im Mentorenleitbild beschriebene Fähigkeit, im Gemeinwesen mit seiner vielgestaltigen Engagementlandschaft als Dialogstifter, Türöffner und Brückenbauer zu wirken.

  6. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
    BürgermentorInnen für Bürgerengagement können in vielen Feldern aktiv werden z.B.:
    - Begleitung von örtlichen Jugendfreiwilligenprojekten nach dem JES-Konzept.
    - Arbeit mit Familien, um Impulse für neue Projekte und Initiativen zu geben.
    - Stiftung von Kooperationen z.B. von bürgerschaftlichen Initiativen mit Arbeitsgruppen der lokalen Agenda.
    - Zusammenführen unterschiedlicher Akteure (vom Sportverein, dem Weltladen, der Feuerwehr, dem Jugendclub, über Schulen, Kindergärten, Altenbegegnungsstätten, Pflegeheimen, Behindertengruppen, Kulturinitiativen bis zu Firmen, Stadtmarketing usw.). Den Möglichkeiten und der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
    - Entwicklung bürgerschaftlicher Projekte in der Altenpflege oder Behindertenhilfe.
    - Verankerung von Bürgerengagement in kulturellen und ökologischen Projekten.

    Diese Aufzählung ist beispielhaft zu sehen. In der Praxis werden sich für das Mentorat im Bürgerengagement je nach den örtlichen Gegebenheiten und den Möglichkeiten der BürgermentorInnen weitere Schwerpunkte und Beispiele entwickeln.