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Mentorenkurs für
Engagierte
Ab Februar findet
ein neuer Kurs für Bürgermentor(inn)en zum bürgerschaftlichen
Engagement statt. Zwei Trainer schulen dabei interessierte aktive Bürger,
um ihr gemeinnütziges Engagement effizienter wahrnehmen zu können.
Schwerpunkte sind unter anderem der Freiburger Agendaprozess sowie die
Organisation von JES-Projekten (Jugend engagiert sich). Angesprochen sind
Menschen, die sich bereits in Vereinen, Selbsthilfegruppen oder
Initiativen engagieren. Der Kurs soll unter anderem zur Umsetzung und
Entwicklung eigener Ideen anregen und bietet konkrete Kontakte zu anderen
Initiativen oder zur Stadtverwaltung an.
Gleichfalls werden Anregungen zur Vereinfachung und Finanzierung der
ehrenamtlichen Arbeit und der Vereins- und Öffentlichkeitsarbeit gegeben.
Die Kurse werden im Rahmen eines Programms des Landessozialministeriums
gefördert. Der Kurs ist gebührenfrei und beginnt am 5. Februar um 19.30
Uhr mit einem Informationsabend im Treffpunkt Freiburg in der
Wilhelmstraße 20. Anmeldeschluss ist der 31. Januar. Information und
Anmeldung unter Telefon 0761/7678515 oder E-Mail: treffpunkt.freiburg@freenet.de
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Gabriel
Schaufelberger ist Sprecher der Freiburger BürgermentorInnen |
Gabriel
Schaufelberger sieht die Funktion der Freiburger Bürgermen-
torInnen, deren Sprecher der Mann mit dem ansteckenden Lachen
zurzeit ist, als "verlängerten Arm der
Stadtverwaltung". Von Hause aus ist er Physiker, dann
sattelte er auf Marketingfachmann um. Seine Leidenschaften sind
die Musik und neue Medien, was sich zum einen in seinem
ehrenamtlichen Engagement für den "MGV Liederkranz" in
Kappel ausdrückt und ihn zweitens dazu veranlasste, ein Projekt
"Konzertagentur für neue osteuropäische Musik und
interkulturelle Kommunikation" zu unzerstützen. Die Agentur
ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die junge oder noch nicht
bekannte Künstler fördert. Daneben berät er Existenzgründer
und beteiligt sich am Projekt Trampolinpark im Quartier Vauban -
das zurzeit allerdings wegen einer ernsthaften Erkrankung der
Initiatorin auf Eis liegt. Seit einigen Monaten unterstützt er
"Kopf Hoch e.V.", einen Verein für seelische Gesundheit
im Vereinsmanagement. Als Mentor kümmert Schaufelberger sich um
alles, was mit der Präsentation nach außen zu tun hat - von
Drucksachen bis zum Web-Design. |
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Sybilla
Huerta-Krefft will mit Jugendlichen ein Buch realisieren. |
Noch
in der Schublade liegt das Konzept für das erste eigene Projekt
von Sybilla Huerta-Krefft. Die praktizierende
Körperpsychotherapeutin, die sich ehrenamtlich lange in der
Jugendarbeit engagiert hat, will Jugendliche dazu bringen, über
das Leben älterer Migranten, die ihren Ruhestand in Deutschland
verbringen, zu berichten. Ideal wäre es, die dritte Generation
der Einwanderer für diese Aufgabe zu gewinnen. Sinn der Sache:
die Lebensleistung der Älteren würdigen und den Jugendlichen
eine sinnvolle Beschäftigung geben. "Es wäre schön, wenn
die Stadtverwaltung das als Buch herausbrächte", sagt
Huerta-Krefft, die selbst Tochter eines spanischen Gastarbeiters
ist. Als Erscheinungstermin peilt sie 2010 an. Denn neben der
Koordination müssten auch Sponsoren gewonnen werden - vielleicht
Unternehmen, die traditionell viele Migranten beschäftigen. |
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Elisabeth
Schacher: "Dienstleistungen müssen etwas kosten." |
Eine
Börse für Künstler war eines der ersten Ehrenämter von Elisabeth
Schacher. Das Heinrich-Hansjakob-Haus organisierte die für
Freiburger Künstler kostenlose Vermittlungsstelle. Als das
Projekt irgendwann einschlief, gab die ehemalige Lehrerin
Deutschunterricht für ausländische Frauen - und die
Ruheständlerin erreichte ihre Frustrationsschwelle. "Ganz
ohne Gegenleistung" sei sie nicht bereit, rund 20 Stunden pro
Woche zu unterrichten und daneben noch für Lehrpläne und
Unterrichtsmaterial zu sorgen. Damit spricht sie ein nicht zu
vernachlässigendes Problem des bürgerschaftlichen Engagements
an: Es kann die Einnahmequelle von Erwerbstätigen versiegen
lassen. Zudem, so Elisabeth Schacher, entwerte es eine
Dienstleistung, wenn diese völlig kostenlos angeboten wird. Als
Mentorin will sie sich künftig wieder mehr um Kunst kümmern -
vor allem um Theaterprojekte. |
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Finanzexperte
und Philosoph in Personal- union - Arnold Löffler |
Schon
vor einem Jahr hat Arnold Löffler den Mentorenlehrgang
absolviert. Zuvor engagierte er sich im Bürgerverein
Bischofslinde-Betzenhausen und in der Freiburger Lokalen Agenda
21. Seine erste Aufgabe als Mentor war die Moderation von
Gruppendiskussionen zum Flächennutzungsplan, in denen die
Freiburgerinnen und Freiburger ihre Wünsche und Erwartungen zur
künftigen Entwicklung Freiburgs einbringen konnten. Ein eigenes
Projekt gegen die Globalisierung musste Löffler "mangels
Masse" einstampfen, wie der Hobby-Philosoph sagt. Neben
Hauptberuf und Ehrenamt betreibt der 60-Jährige noch eine
gemeinnützige Gesellschaft für Bewusstseinsbildung, die Mind
Academy. Deren Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, die den
Sinn des Lebens ergründen und ihre Möglichkeiten ausloten
möchten, diese Erkenntnisse praktisch umzusetzen. Das Gemeinwohl
liegt dem 60-Jährigen bei all seinen Projekten stets am Herzen.
Als Bürgermentor konzentriert sich der gelernte Kaufmann auf
Organisation, Finanzen und Werbung. |
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Müzeyyen Buss engagiert sich für ausländische MitbürgerInnen. |
Um
Menschen aus Entwicklungsländern dreht sich das Engagement von Müzeyyen
Buss. Die kleine Frau mit der großen Löwenmähne bringt ihre
neuerworbenen Kenntnisse als Bürgermentorin seit vergangenem
April in den Eine-Welt-Laden in Kirchzarten ein. Der gelernten
Sozialarbeiterin geht es vor allem darum, den fairen Handel mit
den so genannten Drittweltländern zu fördern und hier in der
Region ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass es eben nur die eine
und nicht eine zweite oder dritte Welt gibt, wie der politisch
zwar nicht mehr korrekte, aber doch immer noch gebrauchte Begriff
glauben macht. Der interkulturelle Austausch hat bei Müzeyyen
Buss als Tochter einer Migrantenfamilie Tradition: In ihrer
20-jährigen Berufspraxis als Sozialarbeiterin hat sie sich
überwiegend um ausländische Mitbürger gekümmert. Die Mutter
von vier Kindern möchte es nach ihrer Babypause nicht beim
Ehrenamt belassen, daher nutzt sie die Kontakte aus der
Mentorinnentätigkeit auch für die Jobsuche. |
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Sie ist Frontfrau und begeisterte Blutspenderin - Bettina Dresel. |
Dass
Engagement und Geld zusammengehören, ist die zentrale Erkenntnis
von Bettina Dresel, die zum jüngsten Jahrgang der
Freiburger Bürgermentor/-innen gehört. Ehrenamtlich engagiert
sie sich schon seit Jahren in der Justizvollzugsanstalt Freiburg.
Von dem Kurs zur Bürgermentorin erfuhr Bettina Dresel im vorigen
Januar eher zufällig.Sie fand die Idee so überzeugend, dass sie
sich sofort zum nächsten Lehrgang anmeldete. Aus eigener
Erfahrung weiß sie, dass zahlreiche Initiativen verpuffen, wenn
die geeigneten Rahmenbedingungen fehlen. Dazu gehörten Kontakte
zur Stadtverwaltung ebenso wie gute Öffentlichkeitsarbeit.
Letzteres liegt der lebhaften Kirchzartenerin besonders gut,
weshalb sie inzwischen zur "Frontfrau" der geplanten
Auktion im Theatersaal der Alten Uni avancierte, wie
Bürgermentorensprecher Gabriel Schaufelberger augenzwinkernd
einwirft. "Einer muss sich ja ums Geld kümmern", gibt
die Frontfrau selbstbewusst zurück. Zum Geld hätten Vereine
häufig ein gestörtes Verhältnis. Daher soll die Auktion, bei
der Sach- und Zeitspenden von Firmen und prominenten Personen zu
Geld gemacht werden, engagierten Bürgern zeigen, wie sie für ihr
Projekt an selbiges kommen. Neben der PR-Arbeit für verschiedene
Projekte unterstützt Dresel die Initiative Regio-Blut. |

Bürgermentorin
Bettina Dresel (ganz rechts im Bild) im Einsatz beim Blutspendetermin in
der Kinderklinik Freiburg. Der gemeinnützige Verband "Regioblut"
hilft der Universitätsklinik, ihren hohen Bedarf an Blutkonserven zu
decken. |