Presse-Index
11.02.04 Stadtkurier: Helfende Hände
17.05.03 Amtsblatt: Auszeichnung für Mentoren
24.01.03 Stadtnachrichten: Mentorenkurs für Engagierte
23.09.04 Badische Zeitung: Wissen, wo was geht

Presse-Artikel
11.02.04 Stadtkurier

Helfende Hände

Füreinander aktiv sein: Immer mehr Menschen entdecken das Bürgerschaftliche Engagement

Morgens, halb zehn in Deutschland. Die einen packen ihr Frühstück aus, andere hüten Kinder. So in einem Hinterhof der Klarastraße. Acht bis zehn Kinder werden von ein bis zwei Betreuerinnen umsorgt, ein geradezu paradiesischer Zustand. Es handelt sich hierbei um eine private Initiative einiger Frauen des Mütterzentrums Klara. Das Zentrum steht für viele Vereinigungen, in denen Privatleute Aufgaben übernehmen, deretwegen man sonst nach Stadt, Land, Staat ruft. Dieser etwas andere Hort offe- 

Kinder (be-)hüten in Eigenregie: Ein Augenblick im Mütterzentrum Klara

Bild: Spiegelhalter

riert eine feste Krabbelgruppe und dreimal pro Woche einen Offenen Treff für Eltern und Kinder. Zudem nutzt - bezeichnenderweise die Stadt - die Räumlichkeit des Vereins für einen wöchent- lichen Termin des Mutter-Kind-Programms.
Derweil in der Regel für Problem- und Randgruppen ein Beratungsnetz existiert, kommen Eltern, edie sich "nur" mit dem ganz normalen Unbill des Alltags herumschlagen müssen, mitunter zu kurz. Das Mütterzentrum bietet auch Erfahrungsaustausch an oder einfach nur die Möglichkeit, im Alltagsstress ein bis zwei Gänge herunterschalten zu können. "Natürlich", so Uta Linß vom Mütterzentrum Klara (das auch Vätern offen steht), "haben wir auch ein offenes Ohr für Extrem- fälle, aber gerade in Punkto Alltagswelt sehen wir eine Lücke, die wir ausfüllen möchten." Die Arbeit des Vereins ist ein Beispiel für ein gesellschaftspolitisch immer mehr an Bedeutung ge- winnendes Feld: "Bürgerschaftliches Engagement" heißt das Zauberwort, das zu mehr Verant- wortung füreinander abseits staatlicher Versorgung aufruft. Bedeutung gewinnt es angesichts zunehmend mauer Kassen. Die Form, in der dieses Engagement zum Leben erweckt wird, ist das Ehrenamt. Etwa 40.000 Mitbürger, so schätzt Gerhard Rieger von der Koordinationsstelle für Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Freiburg, sind in der Stadt zur Zeit ehrenamtlich zum Wohl ihrer Mitbürger tätig. Seine Aufgabe besteht darin, die vielfältigen Initiativen zu ver- netzen und Synergien sicht- und fruchtbar zu machen. Menschen, die sich engagieren wollen, ohne recht zu wissen, wie und bei wem, bietet die Freiwilligen-Agentur der Paritätischen Dien- ste eine Art Initiativ-Börse (Tel.: 0761-7087522). Die Agentur führt eine Kartei mit etwa 160 Or- ganisationen verschiedenster Bereiche, "die sich", das weiß Sabine Werner von den Paritäti- schen Diensten, "über helfende Hände freuen".

Andreas Strittmatter  zurück zum Index 


 

17.05.03 Amtsblatt

Auszeichnung für Mentoren

17 Frauen und Männer sind kürzlich für ihre Qualifizierung "Mentoren für Bürgerengagement durch Sozialbürgermeister von Kirchbach ausgezeichnet worden. Bei der Fortbildung konnten sich die Teilnehmer/innen zu Fragen des Bürgerengagements schulen lassen. Im Rahmen des Projekts "jugend engagiert sich" (jes) sind außerdem zwei Jugendliche gewürdigt worden, die einen "Computerkurs für afrikanische Jugendliche" angeboten haben. "Jes" ist eine Initiative der Landesstiftung zur Stärkung der Jugendarbeit im bürgerschaftlichen Engagement. Im Sommer soll ein neuer Mentorenkurs angeboten werden.

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24.01.03 Stadtnachrichten

Mentorenkurs für Engagierte

Ab Februar findet ein neuer Kurs für Bürgermentor(inn)en zum bürgerschaftlichen Engagement statt. Zwei Trainer schulen dabei interessierte aktive Bürger, um ihr gemeinnütziges Engagement effizienter wahrnehmen zu können. Schwerpunkte sind unter anderem der Freiburger Agendaprozess sowie die Organisation von JES-Projekten (Jugend engagiert sich). Angesprochen sind Menschen, die sich bereits in Vereinen, Selbsthilfegruppen oder Initiativen engagieren. Der Kurs soll unter anderem zur Umsetzung und Entwicklung eigener Ideen anregen und bietet konkrete Kontakte zu anderen Initiativen oder zur Stadtverwaltung an. Gleichfalls werden Anregungen zur Vereinfachung und Finanzierung der ehrenamtlichen Arbeit und der Vereins- und Öffentlichkeitsarbeit gegeben.
Die Kurse werden im Rahmen eines Programms des Landessozialministeriums gefördert. Der Kurs ist gebührenfrei und beginnt am 5. Februar um 19.30 Uhr mit einem Informationsabend im Treffpunkt Freiburg in der Wilhelmstraße 20. Anmeldeschluss ist der 31. Januar. Information und Anmeldung unter Telefon 0761/7678515 oder E-Mail: treffpunkt.freiburg@freenet.de

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23.09.04 Badische Zeitung

Wissen, wo was geht

Der verlängerte Arm der Stadtverwaltung: Bürgermentoren bauen Brücken zwischen Behörden und Einwohnern

Von Manuela Müller (Text und Fotos), v. d. Red. überarbeitet

Gabriel Schaufelberger ist Sprecher der Freiburger BürgermentorInnen

Gabriel Schaufelberger sieht die Funktion der Freiburger Bürgermen- torInnen, deren Sprecher der Mann mit dem ansteckenden Lachen zurzeit ist, als "verlängerten Arm der Stadtverwaltung". Von Hause aus ist er Physiker, dann sattelte er auf Marketingfachmann um. Seine Leidenschaften sind die Musik und neue Medien, was sich zum einen in seinem ehrenamtlichen Engagement für den "MGV Liederkranz" in Kappel ausdrückt und ihn zweitens dazu veranlasste, ein Projekt "Konzertagentur für neue osteuropäische Musik und interkulturelle Kommunikation" zu unzerstützen. Die Agentur ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die junge oder noch nicht bekannte Künstler fördert. Daneben berät er Existenzgründer und beteiligt sich am Projekt Trampolinpark im Quartier Vauban - das zurzeit allerdings wegen einer ernsthaften Erkrankung der Initiatorin auf Eis liegt. Seit einigen Monaten unterstützt er "Kopf Hoch e.V.", einen Verein für seelische Gesundheit im Vereinsmanagement. Als Mentor kümmert Schaufelberger sich um alles, was mit der Präsentation nach außen zu tun hat - von Drucksachen bis zum Web-Design.

Sybilla Huerta-Krefft will mit Jugendlichen ein Buch realisieren.

Noch in der Schublade liegt das Konzept für das erste eigene Projekt von Sybilla Huerta-Krefft. Die praktizierende Körperpsychotherapeutin, die sich ehrenamtlich lange in der Jugendarbeit engagiert hat, will Jugendliche dazu bringen, über das Leben älterer Migranten, die ihren Ruhestand in Deutschland verbringen, zu berichten. Ideal wäre es, die dritte Generation der Einwanderer für diese Aufgabe zu gewinnen. Sinn der Sache: die Lebensleistung der Älteren würdigen und den Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung geben. "Es wäre schön, wenn die Stadtverwaltung das als Buch herausbrächte", sagt Huerta-Krefft, die selbst Tochter eines spanischen Gastarbeiters ist. Als Erscheinungstermin peilt sie 2010 an. Denn neben der Koordination müssten auch Sponsoren gewonnen werden - vielleicht Unternehmen, die traditionell viele Migranten beschäftigen.

Elisabeth Schacher: "Dienstleistungen müssen etwas kosten."

Eine Börse für Künstler war eines der ersten Ehrenämter von Elisabeth Schacher. Das Heinrich-Hansjakob-Haus organisierte die für Freiburger Künstler kostenlose Vermittlungsstelle. Als das Projekt irgendwann einschlief, gab die ehemalige Lehrerin Deutschunterricht für ausländische Frauen - und die Ruheständlerin erreichte ihre Frustrationsschwelle. "Ganz ohne Gegenleistung" sei sie nicht bereit, rund 20 Stunden pro Woche zu unterrichten und daneben noch für Lehrpläne und Unterrichtsmaterial zu sorgen. Damit spricht sie ein nicht zu vernachlässigendes Problem des bürgerschaftlichen Engagements an: Es kann die Einnahmequelle von Erwerbstätigen versiegen lassen. Zudem, so Elisabeth Schacher, entwerte es eine Dienstleistung, wenn diese völlig kostenlos angeboten wird. Als Mentorin will sie sich künftig wieder mehr um Kunst kümmern - vor allem um Theaterprojekte.

Finanzexperte und Philosoph in Personal- union - Arnold Löffler

Schon vor einem Jahr hat Arnold Löffler den Mentorenlehrgang absolviert. Zuvor engagierte er sich im Bürgerverein Bischofslinde-Betzenhausen und in der Freiburger Lokalen Agenda 21. Seine erste Aufgabe als Mentor war die Moderation von Gruppendiskussionen zum Flächennutzungsplan, in denen die Freiburgerinnen und Freiburger ihre Wünsche und Erwartungen zur künftigen Entwicklung Freiburgs einbringen konnten. Ein eigenes Projekt gegen die Globalisierung musste Löffler "mangels Masse" einstampfen, wie der Hobby-Philosoph sagt. Neben Hauptberuf und Ehrenamt betreibt der 60-Jährige noch eine gemeinnützige Gesellschaft für Bewusstseinsbildung, die Mind Academy. Deren Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, die den Sinn des Lebens ergründen und ihre Möglichkeiten ausloten möchten, diese Erkenntnisse praktisch umzusetzen. Das Gemeinwohl liegt dem 60-Jährigen bei all seinen Projekten stets am Herzen. Als Bürgermentor konzentriert sich der gelernte Kaufmann auf Organisation, Finanzen und Werbung.

Müzeyyen Buss engagiert sich für ausländische MitbürgerInnen.

Um Menschen aus Entwicklungsländern dreht sich das Engagement von Müzeyyen Buss. Die kleine Frau mit der großen Löwenmähne bringt ihre neuerworbenen Kenntnisse als Bürgermentorin seit vergangenem April in den Eine-Welt-Laden in Kirchzarten ein. Der gelernten Sozialarbeiterin geht es vor allem darum, den fairen Handel mit den so genannten Drittweltländern zu fördern und hier in der Region ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass es eben nur die eine und nicht eine zweite oder dritte Welt gibt, wie der politisch zwar nicht mehr korrekte, aber doch immer noch gebrauchte Begriff glauben macht. Der interkulturelle Austausch hat bei Müzeyyen Buss als Tochter einer Migrantenfamilie Tradition: In ihrer 20-jährigen Berufspraxis als Sozialarbeiterin hat sie sich überwiegend um ausländische Mitbürger gekümmert. Die Mutter von vier Kindern möchte es nach ihrer Babypause nicht beim Ehrenamt belassen, daher nutzt sie die Kontakte aus der Mentorinnentätigkeit auch für die Jobsuche.

Sie ist Frontfrau und begeisterte Blutspenderin - Bettina Dresel.

Dass Engagement und Geld zusammengehören, ist die zentrale Erkenntnis von Bettina Dresel, die zum jüngsten Jahrgang der Freiburger Bürgermentor/-innen gehört. Ehrenamtlich engagiert sie sich schon seit Jahren in der Justizvollzugsanstalt Freiburg. Von dem Kurs zur Bürgermentorin erfuhr Bettina Dresel im vorigen Januar eher zufällig.Sie fand die Idee so überzeugend, dass sie sich sofort zum nächsten Lehrgang anmeldete. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass zahlreiche Initiativen verpuffen, wenn die geeigneten Rahmenbedingungen fehlen. Dazu gehörten Kontakte zur Stadtverwaltung ebenso wie gute Öffentlichkeitsarbeit. Letzteres liegt der lebhaften Kirchzartenerin besonders gut, weshalb sie inzwischen zur "Frontfrau" der geplanten Auktion im Theatersaal der Alten Uni avancierte, wie Bürgermentorensprecher Gabriel Schaufelberger augenzwinkernd einwirft. "Einer muss sich ja ums Geld kümmern", gibt die Frontfrau selbstbewusst zurück. Zum Geld hätten Vereine häufig ein gestörtes Verhältnis. Daher soll die Auktion, bei der Sach- und Zeitspenden von Firmen und prominenten Personen zu Geld gemacht werden, engagierten Bürgern zeigen, wie sie für ihr Projekt an selbiges kommen. Neben der PR-Arbeit für verschiedene Projekte unterstützt Dresel die Initiative Regio-Blut.

Bürgermentorin Bettina Dresel (ganz rechts im Bild) im Einsatz beim Blutspendetermin in der Kinderklinik Freiburg. Der gemeinnützige Verband "Regioblut" hilft der Universitätsklinik, ihren hohen Bedarf an Blutkonserven zu decken.

Auktion des Engagements Mittwoch, 29. September, 19 Uhr im Theatersaal der Alten Uni, Bertoldstraße 17. Weitere Infos: www.mentorinnennetz.de

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